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Reisen..

25
Jan
2013

Das Zwischenseminar..

Mit gut einer Woche Verspätung melde ich jetzt wieder aus dem schönen Cotoca :)
Der Grund dafür, dass das solange gedauert hat ist einfach und blöd: Ich war relativ krank und bin drei Tage mehr oder weniger im Bett gelegen, von aller Welt verlassen. Das hat auch meine Stimmung ein wenig heruntergezogen, es nicht schön krank zu sein und das auch noch weit von daheim. Aber inzwischen geht es mir fast wieder blendend und mit dem Zustand meiner Gesundheit hat sich auch meine Laune wieder gehoben.

Aber ja, wie war das Zwischenseminar? Zuerst einmal war die Anreise weitaus komplizierter als ich gedacht habe, denn überraschenderweise sind schon alle Busse nach Sucre abgefahren vom Busterminal in Santa Cruz, als ich dort um halb sieben ankam. Mit einem Anflug von Panik bemerkte ich, dass die nächsten Flotas wohl erst am nächsten Tag am Nachmittag fahren. Allerdings sollte ich um diese Zeit schon in Sucre sein, ein Ding der Ummöglichkeit, wenn man die 15 Stunden Fahrt noch mit einbezieht. Nachdem ich einige Anbieter gefragt hatte, wie ich wohl am besten und am schnellsten jetzt noch nach Sucre komme, hörte ich einige Male die Antwort, dass ich es doch mal über Cochabamba versuchen sollte. Gesagt, getan. Am frühen Morgen kam ich dann in Cochabamba an, meinem Ziel auch nicht wesentlich näher. Ernüchtert stellte ich fest, dass es auch von dort erst einen Bus am Nachmittag geben würde. Nach Erkundigungen fand ich dann heraus, dass es Sammeltaxis, also Taxis, die man mit anderen teilt und längere Strecken fahren, nach Oruro gab und von dort könnte man angeblich über Potosí nach Sucre mit zwei weiteren Sammeltaxis gelangen. Nun, ich hatte keine andere Wahl, wenn ich nicht sehr viel zu spät kommen wollte. Die Zusammenfassung meiner Odyssee: Statt 500 Kilometer bin ich dann mehr als 1000 Kilometer gefahren, mit dem Resultat, dass ich etwa drei Stunden zu spät kam, was allerdings nicht weiter schlimm war.

Das Seminar selbst war sehr interessant, vor allem, weil man interessante Menschen kennenlernen konnte und sich über seine Projekte austauschen konnte. Auch natürlich über die Probleme, die man hat oder hatte, und ebenso generell die Erfahrungen, die alle so gemacht hatten. Ich konnte einige neue Kontakte schließen und alte wieder auffrischen (alle Freiwilligen von meiner Organisation in Bolivien waren ja auch da, die kannte ich ja alle schon). Unter anderem haben wir zwei Jungs kennengelernt, die in Departmento Beni ebenfalls mit behinderten Kindern arbeiten, mit denen wir uns gut verstanden. Die Gesprächsthemen ging nie aus, die Kinder bieten einfach genügend Stoff um ein Buch zu füllen.
Der Spaß kam auch nicht zu kurz: In jeder freien Pause wurde Games, ein süchtigmachendes Kartenspiel, gespielt, teilweise bis tief in die Nacht :) Highlight war dann noch ein Tagesausflug an einen abgelegenen Wasserfall, wo man baden konnte, sowie ein Besuch einer Karaokebar in Sucre, was auch sehr erheitert war. War also eine schöne Woche und hat mir auch einige Impulse gegeben, das was mich im Hogar stört, ein bisschen zu ändern. Oder wenigstens das mal anzusprechen.

Weniger schön war dann wieder die Rückreise, diesmal wenigstens mit einer Flota direkt von Sucre nach Santa Cruz. Allerdings war die Straße ungeteert und ungesichtert, was doch manchmal ein mulmiges Gefühl bei mir erzeugte. Denn es ging doch bisweilen beträchtlich nach unten neben der Straße. Wenigstens lernte ich noch zwei Bolivianer auf der Reise kennen, sodass diese Reise doch dann vergleichsweise kurzweilig war.
Gleich nach meiner Ankunft traf mich dann die Krankheit und den Rest der Geschichte kennt ihr ja schon :)

9
Jan
2013

Zurück aus Ecuador, ein kleiner Reisebericht:

Hiermit melde ich mich zurück aus Ecuador, wo ich gut zwei Wochen verbracht habe und viel gesehen habe. Gestern gegen Mittag bin ich nach einer langen Reise wieder daheim, in Cotoca, angekommen. Doch eins nach dem anderen:

Obwohl ich mir doch noch ein bisschen unsicher war, wie Hin- und Rückreise klappen würde, ging alles gut. In Santa Cruz fand ich am Terminal gleich ein Busunternehmen, das mich über La Paz nach Juliaca gebracht hat, mit einem Buswechsel und einen sehr kurzen Aufenthalt in La Paz. In Juliaca bin ich dann am Abend nach gut 24 Stunden Fahrt angekommen und hab dort in einem Hostel in der Nähe des Busterminals übernachtet, da mein Flug nach Quito, über Lima und Guayaguil, erst am nächsten Tag um acht Uhr abend ging. Deswegen nützte ich den nächsten Tag. um Juliaca anzuschauen, eine Stadt mit ungefähr 300.000 Einwohnern in Andenhochland in Peru, in der Nähe des Titicacasees. Leider musste ich feststellen, dass es da wahrlich nicht viel zu sehen gab, außer einen Christo auf einem Hügel der Stadt, von der man einen recht guten Ausblick hatte. Nachdem ich das Wenige, was es zu sehen gab, gesehen hatte, machte ich mich auf zum Flughafen und wartete. Und wartete. Ingesamt acht Stunden, mein Zeitplan war eben doch recht großzügig gerechnet gewesen. Unglücklicherweise war der Flughafen von Juliaca genauso wie Juliaca selbst, nämlich sehr ereignislos, ingesamt fliegen pro Tag maximal fünf Flieger vielleicht den Flughafen an. Dementsprechend langweilig war es dort auch.
Erleichtert kam ich dann in Lima am späten Abend an und übernachtete am Gate, da mein Flieger nach Guayaguil erst um fünf Uhr morgens abgeflogen ist. Relativ gerädert kam ich dann am Mittag in Guayaguil an, wo ich abermals ein kurzen Aufenthalt von zwei Stunden etwa hatte. Danach gings endlich nach Quito, wo ich dann von Sebastian am Flughafen empfangen wurde.

In den zwei Wochen in Ecuador habe ich viel gesehen und erlebt. Ein kurze Aufzählung, was ich denn alles gesehen habe:
  • In Quito, das eine schöne historische Altstadt hat, außerdem einen tollen botanischen Garten mit vielen fremdartigen Blumen und Pflanzen und ein Vivarium mit einer Auswahl von bösen, giftigen Schlangen. In der Capilla del Hombre haben wir außerdem noch Bilder von Guayasamin besichtigt, dem berühmtesten Maler Ecuadors, die mir persönlich sehr gut gefallen haben.
  • Über Quito! Mit einer Seilbahn kann auf einen Berg fahren, von dem man eine schöne Aussicht über Quito hat, das sich mit mehr als beachtliche 30 Kilometer Länge in ein Tal von drei bis vier Kilometer drückt.
  • In der Mitad del Mundo: Der Ort, wo der Äquator zum ersten Mal rechnerisch nachgewiesen wurde. Dementsprechend befindet sich dort ein recht großes Monument.
  • In Los Baños, das zum einem als Wallfahrtsort (ähnlich wie Lourdes, nur kleiner) und zum anderen für sein Erlebnistourismus bekannt ist. Dementsprechend stürzte ich mich in einem lebensmüden Moment von einer Brücke von vielleicht 15 Metern (mit Seil versteht sich) und diversen Wasserfällen, ebenfalls von beachtlicher Höhe.
  • Bei dem beeindruckenden Wasserfall Pailon del Diablo, zu übersetzen etwa mit Hexenkessel. Und das ist er auch wirklich, ein gewaltige Menge von Wasser fällt von vielleicht zwanzig, dreißig Metern in einen relativ kleinen Kessel, der durch Felsen begrenzt ist. Gnade dem, der da hineinfällt. Das Besondere: Man kann so weit in den Kessel steigen, bis man direkt hinter dem Wasserfall steht.
  • In Mindo, wo man beispielsweise mit alten Autoreifen einen Gebirgsbach hinunterfahren kann, oder im Tarzanstyle an einem Stahlseil von einer Talhälfte zur anderen fahren kann, nur mit einem Geschirr befestigt und frei schwebend,
  • In Otavalo, das vor allem durch einen schönen Markt besticht, wo man (aus eigener Erfahrung) recht viel Geld ausgeben kann und viele Mitbringsel findet.
  • In Puyo, eine Stadt in den Ausläufer des ecuadorianischen Dschungel. In einer Art Zoo kann man dort die verschiedensten Tiere und Pflanzen bestauen, sehr beeindruckend. Nicht umsonst ist Ecuador das Land mit der größten Biodiversität der Welt.
  • In Ibarra, wo ich Silvester mit den Ulloas verbracht habe. Ibarra hat eine recht schöne Altstadt und ist eher klein und gemütlich.
Bestimmt habe ich vergessen, etwas zu erwähnen, denn ich habe viel gesehen, vor allem durch die nette Betreuung der Familie von Sebastian, die mich herzlich in ihr Haus aufgenommen hatten. Dort hatte es sogar warmes Wasser und allerhand andere Dinge, die es hier in Cotoca nicht gibt, sodass ich mich wirklich wie im Urlaub gefühlt habe :)

Die Rückreise war ebenfalls sehr anstrengend, doch wenigstens hatte ich noch 17 Stunden Aufenthalt in Lima, sodass ich mir diese hübsche und sehr große Stadt auch noch oberflächlich anschauen konnte. Der Plan war eigentlich, dass ich dann am Gate des Flughafens übernachte, weil mein Flug nach Juliaca erst am Morgen um fünf Uhr losflog. Leider lies das Flughafenpersonal erst nach zwei Uhr in den Boardingbereich, sodass ich noch sechs Stunden ungefähr in der Umgebung der Check-In-Schalter gammeln musste, was weniger erfreulich war. Von Juliaca aus war ebenfalls alles ein bisschen komplizierter als gedacht, denn auch irgendeinen Grund gab es keinen Bus in die Richtung von La Paz, sodass ich die Strecke in drei Sammeltaxis gestaffelt zulegen musste, was aber auch recht interessant war. Am Grenzübergang von Peru nach Bolivien wurden mir dann noch eine zweifelhafte Strafgebühr von 50 Bolivianos abgenommen, aber so ist das Leben als Gringo wohl in Südamerika. Mehr oder weniger zufällig hab ich dann in La Paz noch Matthias getroffen, der ebenfalls gerade am Reisen ist, allerdings durch Bolivien. Die Fahrt von La Paz nach Santa Cruz war unspektakulär und erschöpfend, ich sehnte mich nach einer Dusche nach zwei Tagen Reisen am Stück, aber ich bin gut angekommen.

Daheim angekommen bin ich von der gwöhnten schwülen Hitze begrüßt worden, und von einer Kröte, die in unserer Dusche saß. Es tat gut zu sehen, dass das Hospital sich gefreut hat, dass ich wieder da bin und so starte ich wieder motivierter als vor meinem Urlaub in die Arbeit. Jedoch nur für kurze Zeit: Die nächste Reise steht schon von der Tür. Wegen eines Zwischenseminars von Weltwärts muss ich von 12 bis 18 Januar nach Sucre. Ich bin gespannt, was die anderer Freiwilligen von den anderen Einsatzstellen der SMMP in Bolivien zu berichten wissen, jedoch werde ich davon dann demnächst noch mal gesondert berichten.

Viele Grüße, ich hoffe ihr hattet alle einen guten Rutsch.
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Johannes in Bolivien

Über mich:

Meine Name ist Johannes. Ich lebe in der Nähe von Ulm und habe das zarte Alter von 20 Jahren. ;) Ab August werde ich für ein Jahr in dem Behindertenheim "Hogar Teresa de los Andes" in der Nähe von Santa Cruz, Bolivien, arbeiten. In diesem Blog werde ich darüber berichten.

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