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31
Aug
2012

Die ersten Tage im Hogar..

Nun bin ich doch schon einige Tage im Hogar Teresa de los Andes und möchte nun davon berichten. Zumindest will einen kleinen Einblick geben, denn alles in einem Eintrag zu erzählen, würde einfach den Rahmen sprengen.

Vielleicht erzähle am besten zuerst, wie das Hogar aufgebaut ist. Das Gelände ist ziemlich groß und komplett mit einer recht hohen Mauer umgeben, wie fast überall in Südamerika wahrscheinlich. In der Mitte des Geländes befindet sich dann der Comedor, also der Speisesaal, und die Küche des Hogars. Kreisförmig um den Comedor angeordnet sind dann die verschiedenen Pabellones, also Pavillone, wo die Behinderten untergebracht sind. Sie sind nach Farben benannt, es gibt ungefähr fünf oder sechs davon, die genaue Anzahl weiß ich momentan nicht. Ein besonderer "Pabellón" sozusagen ist das Hospital, wo ich arbeite, währenddessen Matthias im "Pabellón amarillo" arbeitet, also im "gelben Pavillon". Im Hospital sind diejenigen Behinderten untergebracht, ungefähr zehn Stück, die wohl am schwersten behindert sind und verschiedene gesundheitliche Probleme haben. Außerdem werden im Hospital einige per Sonde ernährt und fast alle sind bettlägrig und das ist der Punkt, wo meine Arbeit beginnt, aber dazu nachher mehr.
Im Gebäude des Hospitals sind zudem der Behandlungsraum der Zahnärztin, die Apotheke und der Raum der Beatmungstherapie integiert. Ebenfalls kreisförmig um den Comedor angerichtet ist die "escuela", also die Schule und das Gebäude, wo die Therapiegruppen untergebracht sind, zum Beispiel die Physiotherapie und Logopädie.
Ein wenig außerhalb liegt dann noch der Kindergarten für die Kinder der Angestellten, und direkt am Eingang befindet sich dann noch zu einem das Nachtwächterhäuschen, zum anderen das Sekretariat und das Wohnhaus für die Brüder des Ordens.

Wir sind momentan im ehemaligen "Pabellon rojo" untergebracht, werden aber morgen wahrscheinlich noch umziehen in die Freiwilligenwohnung, weil Daniel und Eva, zwei von den jetzigen Freiwilligen, bald abreisen.

Um nicht zu viel zu schreiben, will noch kurz meinen bisherigen Tagesablauf beschreiben und mich mit einem weiteren Eintrag demnächst dann melden. Bisher sieht es so aus, dass ich um halb sieben aufstehe und dann um sieben Uhr im Hospital anfange. Dort helfe ich zum einem beim Essen eingeben (eine recht große Sauerei :D) und beim Zähneputzen (endete bisher auch nicht immer ganz glücklich :D) Da jeden Tag gebadet wird, wird mir dann noch die Aufgabe zuteil (als einzig kräftiger Mann unter allen kleinen bolivianischen Frauen :D) die Kinder und Jugendlichen vom Bett in den Rollstuhl, vom Rollstuhl auf die erhöhte Badeplattform (Badewanne kann man das nicht nennen), von der Badeplattform zum Wickeltisch, vom Wickeltisch wieder in den Rollstuhl zu heben. Was zugebenermaßen recht schweißtreibend ist, da nicht alle Behinderten klein und zierlich sind :)
Das alles zusammen dauert ungefähr bis 10 Uhr. Danach geht's in die Logopädie, wo ausgewählte Behinderte die Aufgabe haben, Denkaufgaben zu lösen, indem sie Formen zusammenfügen usw. (Über den Erfolg dieser Maßnahmen bin ich eher noch skeptisch, ehrlichgesagt)
Vor meinem Mittagessen, das so um 12, halb 1 ist, geht's dann nochmal kurz in das Hospital, wo die Kinder ebenfalls Mittagessen bekommen und von mir wieder ins Bett gehoben werden. Dann ist erst mal Pause bis zwei Uhr. Nach der Pause gehts in die Physiotherapie, welche mir beträchtlich mehr Spaß macht als die Logopädie, aber naja :) Um halb fünf mache ich dann nochmal einen kurzen Abstecher in das Hospital, wo wieder Abendessen gegeben wird und zähnegeputzt wird. Und um fünf, halb sechs heißt es dann: Listo con el trabjao, also fertig mit der Arbeit! Danach ging bei mir nicht mehr viel bisher, weil es wirklich recht anstrengend ist. Gestern waren wir noch in Santa Cruz bei der Zahnärztin des Hogars zum Abendessen eingeladen (also alle voluntarios, die gerade vor Ort sind). Leider bin ich wirklich fast eingeschlafen beim Essen, weil ich es nicht mehr gewohnt bin so lange aufzubleiben und zur Zeit immer um acht Uhr ins Bett falle.. :)

Und genau das werde ich jetzt auch tun, bis zum nächsten Eintrag, in dem ich dann hoffentlich mehr erzählen kann.
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Johannes in Bolivien

Über mich:

Meine Name ist Johannes. Ich lebe in der Nähe von Ulm und habe das zarte Alter von 20 Jahren. ;) Ab August werde ich für ein Jahr in dem Behindertenheim "Hogar Teresa de los Andes" in der Nähe von Santa Cruz, Bolivien, arbeiten. In diesem Blog werde ich darüber berichten.

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