Angekommen?
Hallo ihr Lieben!
Da ich gerade zwei Stunden Zeit habe, da ich auf jemanden in Santa Cruz warte (jaja, die Puentklichkeit der Bolivianner), dachte ich mir, ich nuetze mal wieder die Gelegenheit, mich bei euch allen zu melden.
Ja, wie ist meine momentane Situation? Gut, wuerde ich sagen. Deswegen habe ich fuer diesen Eintrag auch den Titel "Angekommen" gewaehlt. Das Fragezeichen, weil man sich hier als Weisser, als Choco, als Gringo sich wahrscheinlich nie komplett angleichen kann. Geistig (naja, natuerlich auch koerperlich) bin ich momentan sehr weit weg von Deutschland, deswegen hoffe ich auch, dass ihr mir verzeihen koennt, dass ich mich bei einigen von euch schon lange nicht mehr gemeldet habe. Das liegt vor allem daran, dass ich hier Freunde gefunden habe, mit denen ich regelmaessig unterwegs bin, und mehr oder weniger Alltag eingekehrt ist. Der Alltag bewegt sich zwischen abendlichen Unternehmungen, viel Arbeit und der daraus resultierende konstante Schlafmangel. Dinge, die in den ersten Monaten noch abendteuerlich erschienen, zum Beispiel der Kampf mit oeffentlichen Verkehrsmitteln, dahin zu kommen, wo man will, sind zur Normalitaet geworden. Die Strassen von Santa Cruz, die anfangs noch unuebersichtlich und chaotisch erschienen, sind nun nicht mehr ganz so chaotisch und man verliert auch nicht mehr komplett die Orientierung, wenn man sich durch die Stadt bewegt.
Natuerlich ist auch hier nicht alles gut und es gibt Sachen, die einen das Leben schwer machen. Eine Sache waere da zum Beispiel ein Pilz an meiner Hand, der nun fast schon einen Finger bedeckt und trotz saemtlicher Raffiniessen nicht zu verscheuchen ist.
Zu schaffen gemacht hat mir auch ein neuerlicher Umzug innerhalb des Hogars in ein anderes Zimmer. Nicht nur, dass der Umzug mit viel Arbeit verbunden war (Moebel schleppen bei mindestens 30 Grad), sondern auch, dass unseres neues Zimmer nicht besonders tauglich ist mit einer undichten Decke. Doch nachdem man nach einer Woche endlich den Boden vom Zimmer wieder sehen konnte und alle Sachen wieder halbwegs ordentlich verstaut sind, ist der Wohlfuehlcharakter doch um Einiges gestiegen.
Aergerlich ist wohl auch, dass mein Laptop momentan nicht mehr funktionstuechtig ist, ich denke, der viele Staub hier in der Luft hat ihm einfach der Rest gegeben. Wenn nicht das, dann ein Virus von einem der zahlreichen USB-Sticks der Arbeiterinnen des Hogars, die einen immer bitten, Musik zu verschieben. Wie man sich vorstellen kann, ist es gar nicht so einfach, einen vertrauenswuerdigen Computerladen in Bolivien zu finden. Noch aergerlicher natuerlich, dass bald schon wieder ein Zwischenbericht an meine "Schwestern" in Deutschland ansteht und ohne Laptop verkompliziert das die Lage natuerlich erheblich. Nun, das sind natuerlich Alltagsprobleme, aber ich denke, das kann man alles loesen :)
Zu erwaehnen waere auch noch Carnaval, der hier in Santa Cruz wie eine Bombe einschlug. Fuenf Tage am Stueck konnte man nicht auf die Strasse gehen, ohne mit Farbe ueberschuettet zu werden oder von Wasserbomben bombadiert zu werden. Die Farbe, die benuetzt wird, ist uebrigens Tinte, die (aus eigener Erfahrung) nicht aus Kleidung, noch vom Koerper noch aus den Haaren zu entfernen ist. Als Weisser ist man natuerlich noch einmal mehr ein Ziel, sodass die beiden Voluntarios des Hogars fuer eine Woche lang, farbenfroh schillernd, fuer Erheiterung gesorgt haben. In schwarzen Haaren, wie es etwa 98% der Bolivianer haben, sieht man die Farben naemlich nicht so gut, wie in blonden Haar.
Nun, ich hoffe, ich konnte euch einen Ueberblick geben, was hier so geschieht und was ich so mache. Natuerlich gibt es noch viel mehr zu erzaehlen, dafuer reicht aber jetzt die Zeit einfach nicht mehr. Bis zum naechsten Mal und liebe Gruesse,
Johannes
Da ich gerade zwei Stunden Zeit habe, da ich auf jemanden in Santa Cruz warte (jaja, die Puentklichkeit der Bolivianner), dachte ich mir, ich nuetze mal wieder die Gelegenheit, mich bei euch allen zu melden.
Ja, wie ist meine momentane Situation? Gut, wuerde ich sagen. Deswegen habe ich fuer diesen Eintrag auch den Titel "Angekommen" gewaehlt. Das Fragezeichen, weil man sich hier als Weisser, als Choco, als Gringo sich wahrscheinlich nie komplett angleichen kann. Geistig (naja, natuerlich auch koerperlich) bin ich momentan sehr weit weg von Deutschland, deswegen hoffe ich auch, dass ihr mir verzeihen koennt, dass ich mich bei einigen von euch schon lange nicht mehr gemeldet habe. Das liegt vor allem daran, dass ich hier Freunde gefunden habe, mit denen ich regelmaessig unterwegs bin, und mehr oder weniger Alltag eingekehrt ist. Der Alltag bewegt sich zwischen abendlichen Unternehmungen, viel Arbeit und der daraus resultierende konstante Schlafmangel. Dinge, die in den ersten Monaten noch abendteuerlich erschienen, zum Beispiel der Kampf mit oeffentlichen Verkehrsmitteln, dahin zu kommen, wo man will, sind zur Normalitaet geworden. Die Strassen von Santa Cruz, die anfangs noch unuebersichtlich und chaotisch erschienen, sind nun nicht mehr ganz so chaotisch und man verliert auch nicht mehr komplett die Orientierung, wenn man sich durch die Stadt bewegt.
Natuerlich ist auch hier nicht alles gut und es gibt Sachen, die einen das Leben schwer machen. Eine Sache waere da zum Beispiel ein Pilz an meiner Hand, der nun fast schon einen Finger bedeckt und trotz saemtlicher Raffiniessen nicht zu verscheuchen ist.
Zu schaffen gemacht hat mir auch ein neuerlicher Umzug innerhalb des Hogars in ein anderes Zimmer. Nicht nur, dass der Umzug mit viel Arbeit verbunden war (Moebel schleppen bei mindestens 30 Grad), sondern auch, dass unseres neues Zimmer nicht besonders tauglich ist mit einer undichten Decke. Doch nachdem man nach einer Woche endlich den Boden vom Zimmer wieder sehen konnte und alle Sachen wieder halbwegs ordentlich verstaut sind, ist der Wohlfuehlcharakter doch um Einiges gestiegen.
Aergerlich ist wohl auch, dass mein Laptop momentan nicht mehr funktionstuechtig ist, ich denke, der viele Staub hier in der Luft hat ihm einfach der Rest gegeben. Wenn nicht das, dann ein Virus von einem der zahlreichen USB-Sticks der Arbeiterinnen des Hogars, die einen immer bitten, Musik zu verschieben. Wie man sich vorstellen kann, ist es gar nicht so einfach, einen vertrauenswuerdigen Computerladen in Bolivien zu finden. Noch aergerlicher natuerlich, dass bald schon wieder ein Zwischenbericht an meine "Schwestern" in Deutschland ansteht und ohne Laptop verkompliziert das die Lage natuerlich erheblich. Nun, das sind natuerlich Alltagsprobleme, aber ich denke, das kann man alles loesen :)
Zu erwaehnen waere auch noch Carnaval, der hier in Santa Cruz wie eine Bombe einschlug. Fuenf Tage am Stueck konnte man nicht auf die Strasse gehen, ohne mit Farbe ueberschuettet zu werden oder von Wasserbomben bombadiert zu werden. Die Farbe, die benuetzt wird, ist uebrigens Tinte, die (aus eigener Erfahrung) nicht aus Kleidung, noch vom Koerper noch aus den Haaren zu entfernen ist. Als Weisser ist man natuerlich noch einmal mehr ein Ziel, sodass die beiden Voluntarios des Hogars fuer eine Woche lang, farbenfroh schillernd, fuer Erheiterung gesorgt haben. In schwarzen Haaren, wie es etwa 98% der Bolivianer haben, sieht man die Farben naemlich nicht so gut, wie in blonden Haar.
Nun, ich hoffe, ich konnte euch einen Ueberblick geben, was hier so geschieht und was ich so mache. Natuerlich gibt es noch viel mehr zu erzaehlen, dafuer reicht aber jetzt die Zeit einfach nicht mehr. Bis zum naechsten Mal und liebe Gruesse,
Johannes
Unfurl - 24. Feb, 00:01