Die Arbeit...
Es wird mal wieder Zeit, sich zu melden.. Bisher fehlte mir immer die Energie, mich nach der Arbeit noch aufzuraffen und etwas zu schreiben, ingesamt sind die Tage sehr lang immer..
Wie angekündigt, will ich in diesem Eintrag mehr über meine Arbeit erzählen. Zuerst einmal: Das Hogar ist völlig verschieden zu einem Behindertenheim oder eine Wohngruppe für Menschen mit Behinderungen in Deutschland, hier gelten sehr andere Standarts. Ich sage bewusst andere Standarts und nicht schlechtere, denn auch hier gibt sich das Personal auf seine Weise Mühe, den Kindern das Leben lebenswert zu gestalten.
Doch es gibt einige Sachen, wo man erst mal schlucken muss. Es fängt beim Baden am Morgen an. In Akkordarbeit werden die Kinder in jedem Pabellón ausgezogen, geschrubbt, gewindelt und wieder angezogen. Dabei werden alle Kinder, bei mir zehn bis elf, mit sage und schreibe einem Waschlappen gewaschen, was hygienisch gesehen ein Totalversagen ist. Dementsprechend haben auch so ziemlich alle Kinder im Hospital unter Fuß- und Fingernägeln Pilzbefall. Die Wasserwärme beim Baden kann nicht vorgeregelt werden, es gibt ein Warmwasserschlauch und ein Kaltwasserschlauch, was auch schon darin resultierte, dass Kinder sich richtig verbrannt haben aufgrund des zu heißen Wassers. Zum Glück habe ich das noch nicht erlebt. Erlebt habe ich jedoch schon öfters, dass es überhaupt kein Warmwasser gab, sodass man warten musste, bis der Hausmeister eine neue Gasflasche angeschlossen hat oder an anderen Sachen rumgeschraubt hat. Die Kinder mit eiskalten Wasser zu baden geht natürlich nicht, da sie oft ein angeschlagenes Immunsystem haben.
Die Kleidung der Kinder und auch die Bettwäsche ist auch so eine Sache. Das Hogar besitzt sogar Waschmaschinen, leider laufen die nur mit Kaltwasser. Sodass die Wäsche zwar frisch wird, aber leider nicht sauber. So wirklich fleckenfreie Bettwäsche oder ähnliches gibt also nicht. Beim Essengeben ist mir aufgefallen, dass einige Mitarbeiter nicht so wirklich darauf achten, ob das Essen noch zu warm ist oder nicht, sondern es den Kindern mehr oder weniger lieblos reingeschaufelt wird, die natürlich nicht in der Lage sind, sich zu wehren.. Aber das ist die Ausnahme.
Auch normale Papierwindeln, wie sie in Deutschland selbstverständlich sind, gibt es hier nicht. Die Kinder werden mit improvisierten Windeln aus alten T-Shirts gewickelt, was nicht immer so hundertprozentig dicht ist und manchmal in einer ganz schönen Sauerei endet.
Ingesamt wundere ich mich nicht mehr sehr, wenn ich beim Hochheben der Kinder in etwas Nasses reinlange.. Handschuhe benutzt man hier nur in seltenen Fällen, der Kontakt mit Körperflüssigkeiten ist so ziemlich unvermeidbar. Das Nebenprodukt davon ist leider auch, dass meine Haut sehr anfällig ist.. Zum Glück bin ich bisher vor größeren Ausschlägen verschont geblieben, der Verdacht auf Krätze scheint sich (bis jetzt) noch nicht zu bewahrheiten und sämtlichen Ausschlag hab ich auch wieder losbekommen.
Nun, wie gesagt, in Deutschland unvorstellbar, hier Alltag, aber man gewöhnt sich eben auch daran. Leider muss ich sagen, dass die Arbeit an sich nicht besonders spannend ist. Auch, weil meine Kinder nicht viel machen können. Glücklicherweise verstehe ich mich gut mit meinen Kolleginnen und kleine Spaßschlägereien und Wasserschlachten während der Arbeit gestalten den Arbeitstag dann doch ein bisschen unterhaltsamer.
Soviel mal von mir, beste Grüße nach Deutschland von mir.
Wie angekündigt, will ich in diesem Eintrag mehr über meine Arbeit erzählen. Zuerst einmal: Das Hogar ist völlig verschieden zu einem Behindertenheim oder eine Wohngruppe für Menschen mit Behinderungen in Deutschland, hier gelten sehr andere Standarts. Ich sage bewusst andere Standarts und nicht schlechtere, denn auch hier gibt sich das Personal auf seine Weise Mühe, den Kindern das Leben lebenswert zu gestalten.
Doch es gibt einige Sachen, wo man erst mal schlucken muss. Es fängt beim Baden am Morgen an. In Akkordarbeit werden die Kinder in jedem Pabellón ausgezogen, geschrubbt, gewindelt und wieder angezogen. Dabei werden alle Kinder, bei mir zehn bis elf, mit sage und schreibe einem Waschlappen gewaschen, was hygienisch gesehen ein Totalversagen ist. Dementsprechend haben auch so ziemlich alle Kinder im Hospital unter Fuß- und Fingernägeln Pilzbefall. Die Wasserwärme beim Baden kann nicht vorgeregelt werden, es gibt ein Warmwasserschlauch und ein Kaltwasserschlauch, was auch schon darin resultierte, dass Kinder sich richtig verbrannt haben aufgrund des zu heißen Wassers. Zum Glück habe ich das noch nicht erlebt. Erlebt habe ich jedoch schon öfters, dass es überhaupt kein Warmwasser gab, sodass man warten musste, bis der Hausmeister eine neue Gasflasche angeschlossen hat oder an anderen Sachen rumgeschraubt hat. Die Kinder mit eiskalten Wasser zu baden geht natürlich nicht, da sie oft ein angeschlagenes Immunsystem haben.
Die Kleidung der Kinder und auch die Bettwäsche ist auch so eine Sache. Das Hogar besitzt sogar Waschmaschinen, leider laufen die nur mit Kaltwasser. Sodass die Wäsche zwar frisch wird, aber leider nicht sauber. So wirklich fleckenfreie Bettwäsche oder ähnliches gibt also nicht. Beim Essengeben ist mir aufgefallen, dass einige Mitarbeiter nicht so wirklich darauf achten, ob das Essen noch zu warm ist oder nicht, sondern es den Kindern mehr oder weniger lieblos reingeschaufelt wird, die natürlich nicht in der Lage sind, sich zu wehren.. Aber das ist die Ausnahme.
Auch normale Papierwindeln, wie sie in Deutschland selbstverständlich sind, gibt es hier nicht. Die Kinder werden mit improvisierten Windeln aus alten T-Shirts gewickelt, was nicht immer so hundertprozentig dicht ist und manchmal in einer ganz schönen Sauerei endet.
Ingesamt wundere ich mich nicht mehr sehr, wenn ich beim Hochheben der Kinder in etwas Nasses reinlange.. Handschuhe benutzt man hier nur in seltenen Fällen, der Kontakt mit Körperflüssigkeiten ist so ziemlich unvermeidbar. Das Nebenprodukt davon ist leider auch, dass meine Haut sehr anfällig ist.. Zum Glück bin ich bisher vor größeren Ausschlägen verschont geblieben, der Verdacht auf Krätze scheint sich (bis jetzt) noch nicht zu bewahrheiten und sämtlichen Ausschlag hab ich auch wieder losbekommen.
Nun, wie gesagt, in Deutschland unvorstellbar, hier Alltag, aber man gewöhnt sich eben auch daran. Leider muss ich sagen, dass die Arbeit an sich nicht besonders spannend ist. Auch, weil meine Kinder nicht viel machen können. Glücklicherweise verstehe ich mich gut mit meinen Kolleginnen und kleine Spaßschlägereien und Wasserschlachten während der Arbeit gestalten den Arbeitstag dann doch ein bisschen unterhaltsamer.
Soviel mal von mir, beste Grüße nach Deutschland von mir.
Unfurl - 15. Nov, 15:53
danke für deinen Bericht. Hört sich schon abenteuerlich an. Sollen Lorenz und ich 'ne Ladung Waschlappen mitbringen, Handtücher, Bettwäsche oder T- Shirts? Oder vielleicht Einmalhandschuhe? Sag einfach bescheid!
Wie läuft es mit dem Unterricht?
Lieben Gruß,
kerstin