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6
Okt
2012

Wieder ab in die Schule!

Seit letzter Woche gibt es wieder Neues zu vermelden, denn es gibt ab nächster Woche eine bolivientypische Änderung in meinem Alltag.

Aber nun will ich nicht mehr um den heißen Brei herumreden: Ich werde Lehrer! Bei dem Gedanken muss ich sogar selber schmunzeln. Diese Neuigkeit wurde mir letzte Woche von unseren unmittelbaren Vorgesetzten offenbart. Aus irgendeinem Grund, der mir nicht ganz klar geworden ist und irgendwie auch niemand sonst im Hogar, soll ich nämlich Deutsch unterrichten in einer Schule in Cotoca. Die Schule wird von vier (allerdings Franziskaner) Schwestern geleitet. Es ereignet sich so, dass ich mit einer Schwester, die mich im Hogar abgeholt hat, mit dem Moto zu der Schule gefahren bin, allerdings hatte die Schwester wohl noch andere Pläne und verschwand auf der Hälfte des Weges. Da stand ich dann nun ein wenig ratlos vor der Schule und wusste nicht so recht, was ich machen sollte. Verschwommen hatte ich noch die Worte vom Chef in den Ohren, zumindest diejenigen, die ich verstanden habe. Er hatte doch irgendwas von "Deutschunterrichten" und "Colegio" und "Zusammenarbeit" geredet.. Nun, ich überwand mich und klingelte am Tor, mit dem Gedanken, dass schon alles seine Richtigkeit haben wird. Die Schulleiterin empfing mich freundlich, verstand offenbar sogar, wer ich bin, als ich den Namen der Schwester erwähnte, die mich abgeholt hatte, und lud mich sogar noch zum Mittagessen ein. So kam allmählich mehr Verständnis auf meiner Seite dafür auf, was ich eigentlich tun sollte.

Heute habe ich dort nochmal meinen Stundenplan geholt und werde dann ab Montag drei Tage die Woche für zwei Stunden dort unterrichten. Außerdem habe ich mich heute noch bei allen Klassen vorgestellt und musste verwundert feststellen, dass die Kinder (12-17 Jahre in etwa) sich teilweise sogar gefreut haben, dass ein europäisches Bleichgesicht, das nicht einmal richtig gut Spanisch beherrscht, künftig versuchen wird ihnen Deutsch beizubringen. Ebenso musste ich noch verwunderter feststellen, dass die Geräuschkulisse unglaublich war.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und auch aufgeregt, denke allerdings auch, dass es eine große Chance ist, mein Spanisch schnell zu verbessern, da man mit Kindern verständlicherweise besser reden kann als mit Behinderten, die sich schwertun überhaupt ein Wort rauszubekommen.

29
Sep
2012

Das Essen!

Nun bin ich schon über einen Monat in Bolivien, bin jedoch nicht fähig ein totales Fazit zu ziehen, es sind einfach immer noch zu viele neue Eindrücke, die es zu verarbeiten gilt. Deswegen möchte ich euch, relativ unkommentiert, das schildern, was ich so täglich im Alltag erlebe.. Auf jeden Fall kann ich berichten, dass es mir nicht schlecht geht. :) Im Gegenteil, momentan gefällt es mir recht gut. :)

Ich dachte, in diesem Eintrag gehe ich mal auf das Essen ein, das wir so tagtäglich zu uns nehmen. Da die Freiwilligen die Nahrung kostenlos gestellt bekommen, essen wir auch meistens, wie alle Mitarbeiter und auch die etwas fitteren Niños im Comedor, also in der Kantine. Was recht vergnüglich ist, vor allem, wenn man inmitten der Niños sitzt. Da kann es schon vorkommen, dass man plötzlich von hinten umarmt und abgeknutscht wird. :)

Das Frühstück besteht meistens aus einem recht trockenen Weißbrot, oft gibt's noch süßen Aufstrich oder Butter dazu. Dazu gibt's noch Tee, Kaba oder Kaffee. Der Kaba wird allerdings mit Wasser zubereitet und der Kaffee mit Pulver, was ihn nicht zu einem Hochgenuss macht. Frühstück gibt es leider erst um zehn Uhr, das heißt, man muss drei Stunden erst arbeiten, bevor es was gibt. Wir mogeln jedoch ein wenig, weil wir uns inzwischen Cornflakes gekauft haben, die ich zumindest schon am Morgen reinschaufele :)

Das Mittagessen aber gibts dann relativ bald, um 12 Uhr. In fast jeder Mahlzeit ist Reis enthalten ebenso wie Hühnchen, was für mich als nunmehr Exvegetarier eine recht große Umstellung ist. Häufig gibts es auch Nudeln mit Fleisch, wobei die Nudeln eher (zu?) weich sind. GIbt es mal kein Hühnchen, dann gibt es Schwein oder Rind dazu. Man kann also davon ausgehen, dass in jeder Mahlzeit Fleisch und Reis anzutreffen ist. Oft gibt es als Beilage noch Kartoffeln oder Yucca (eine Art Wurzel, die in etwa ähnlich wie Kartoffel schmeckt, nur etwas lascher vielleicht). Außerdem kann man sich nach Wunsch auch noch scharfe Soße aufs Essen geben. Speisebananen dienen auch als Beilage.

Ein paar ungewöhnliche Dinge gab es bisher schon zu essen, wo ein typisch Deutscher doch erst mal etwas zu schlucken hat. Zum einem gibt es ab und zu Leber, welche aber recht gut schmeckt, zum anderem Hühnerfüße inklusive Krallen und Gedärme vom Rind. Hühnerfüße hab ich allerdings noch nicht probiert.. Wobei ich ja schon neugierig wäre, wie die schmecken :)
Zum Abendessen gibt es dann wiederum eine warme Mahlzeit, die aber in etwa gleich ist wie das Mittagessen und zur Kaffeepause etwa dasselbe wie beim Frühstück.

Zum Trinken gibt es sehr süße Refrescos (also "Erfrischungsgetränke") oder beispielsweise Sojamischgetränke und und und, aber nie, auf keinen Fall, Wasser. Auch auf allen Parties oder Festen wird Coca Cola und Konsorten getrunken, Wasser gibt es nie. Ebenso sind Torten auch ungeniessbar süß, hauptsache viel Zucker.

Ich muss allerdings sagen, dass mir das Essen recht gut hier schmeckt, wenn es auch oft:

A) eintönig
B) zu viel Fleisch und
C) viel zu süß ist

Aber es ist gut so, wie es ist. Schließlich muss man sich auch anpassen, wenn man in einem fremden Land leben will :)

21
Sep
2012

Bilder!

Ich hab mir die Mühe gemacht und bin heute Abend für etwa zwei Stunden in Cotoca im Internetcafe gesessen und hab versucht Bilder hochzuladen. Es hat zwar ewig gedauert, aber immerhin hats funktioniert. Bei Gelegenheit versuche ich dann noch mehr hochzuladen. Viel Spaß.

Bilder vom Hogar Teresa de los Andes

Bilder von Cotoca

16
Sep
2012

Vom Taxi-, Bus-, Motofahren...

Ja, sich in Bolivien fortzubewegen ist doch um einiges abenteuerlicher als in Deutschland.

Hauptfortbewegungsmittel ist hier das Taxi (zumindest für uns, aber auch für viele Bolivianer, denke ich), obwohl ich in Deutschland eigentlich so gut wie nie Taxi gefahren bin. Es gibt zwei Gruende dafür, dass wir hier so oft Taxifahren: Zum einem haben wir kein eigenes Auto, zum anderen ist es einfach lächerlich billig. Eine Fahrt einem Linientaxi, die zwischen Cotoca und Los Pozos, ein Markt in der Innenstadt von Santa Cruz, regelmaessig verkehren und ihre festen Abfahrtspunkte haben, kostet 5 Bolivianos pro Person, also umgerechnet ein bisschen mehr als 50 Cent. Und das fuer eine Strecke von mehr als 20 Kilometern, die mehr als eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nimmt.

Die Tachos der Taxis funktionieren hier in den seltesten Fällen, auch viele Tueren koennen nur von aussen geoeffnet werden. Fast schon serienmaessig ist der Beifahrersitz manuell verbreitert worden, sodass vorne zwei Personen mitfahren koennen. Jedoch doch eher recht beengt, wie man sich vorstellen kann. Oftmals ist das Lenkrad auch auf der anderen Seite wie das Amaturenbrett, weil die Lenkraeder, sehr oft japanische Modelle, umgebaut worden sind. Unser persönlicher Rekord war bisher zu Zehnt, inklusive Fahrer, in einem Siebensitzer. Anschnallen oder so uncoole Sicherheitsmassnahmen gibts hier auf jeden Fall auch nicht.

Natürlich muss man dann für den niedrigen Preis auch die Fahrweise in Kauf nehmen.. :) Mit der Spurführung wird es nicht so genau genommen, überholt wird auch rechts. Gelangt man an eine Kreuzung, wird nicht etwa geschaut, ob andere Autos von der anderen Richtung kommen, sondern es wird fast ungebremst darübergefahren, sein Kommen mit einem Hupen ankündigend.

Busfahren ist noch billiger, eine Fahrt kostet 1,80 Bolivianos. Die Busse sind hier wesentlich kleiner und ich stoße mir bisweilen den Kopf an der Decke an. Feste Haltstellen gibt es nicht, man wartet einfach an der Route und winkt den Micro heran. Allerdings ist momentan Busfahren wesentlich komplizierter als Taxifahren, da es unzählige Buslinien gibt, und es schwierig ist, sich einen Überblick zu verschaffen, was wohin fährt. Da der Bus oft anhält, dauert es zudem wesentlich länger ans Ziel zu kommen.

Die lustigste und wohl auch angenehmste Art ans Ziel zu kommen ist das Mototaxi.. Also ein Roller, der als Taxi fungiert. Wir nutzen das ab und zu, um von Cotoca wieder ins Hogar zu kommen, das etwa 20 Minuten Fußmarsch von Cotoca entfernt liegt. Es ist schon ein cooles Gefühl mit Wind um die Ohren über Staubpisten und Straßen zu brausen. :) Der Preis für ein Mototaxi zum Hogar liegt bei 4 oder 5 Bolivianos, was man sich schon mal gönnen kann für diesen Spaß :)

11
Sep
2012

Wie Bolivien so ist?

Bisher habe ich nur ein wenig über unsere Arbeit geschrieben und über unsere Reise nach La Paz. In diesem Eintrag möchte ich allgemein die Eindrücke beschreiben, die ich bis jetzt so von Bolivien oder Santa Cruz oder auch von Cotoca bekommen habe..

Cotoca ist eine Vorstadt, die schon fast in Santa Cruz übergeht. Die Einwohnerzahl liegt wohl so bei knapp 30.000. In Cotoca sind fast nur zentrale Straßen geteert, auf jeden Fall sind staubige Pisten keine Seltenheit. Auch in Santa Cruz ist das zu sehen und vermutlich auch in vielen anderen Orten in Bolivien. Auffallend ist außerdem, dass sehr viel Müll herumliegt, ich würde den Bolivianern kein besonderes Umweltbewusstsein zusprechen. Müll wird auch oft einfach am Straßenrand verbrannt.

Das Stadtbild von Cotoca ist geprägt von kleinen und vielen Läden; Läden, die dasselbe verkaufen, sind eigentlich immer (oder ziemlich oft) nebeneinander angeordnet, was zwar nicht besonders geschäftsfördernd scheint, aber recht praktisch ist, wenn man was sucht. Besonders aufregend ist natürlich der Metzgerstand.. ;) Am Straßenrand werden auch oft Kleinigkeiten zum Essen und Trinken verkauft, allerdings war da eher vorsichtig bisher, da ich mir nicht sicher bin, wie mein Magen das verkraftet.
Supermärkte gibt es nicht in Cotoca, oder zumindest nicht, dass ich wüsste, und scheinen eher etwas für reiche Leute zu sein. Die Preise sind dort etwa auf demselben Niveau wie in Deutschland, würde ich sagen.

Reklame und Werbung gibt es in Bolivien zu Unmengen, es scheint hier recht üblich zu sein, Reklame an die Mauer, die das Grundstück begrenzt, aufzumalen lassen. Aufzumalen lassen, wohlgemerkt. Besonders präsent sind hier Biermarken, Mobilfunkprovider und natürlich Coca Cola vertreten.

Die Leute, die ich bisher kennengelernt habe, sind sehr offen eigentlich und auch in Cotoca sind wir bereits ein wenig bekannt. Anscheinend weiß man, dass die einzigen offensichtlichen Gringos, die öfters in Cotoca zu sehen sind, die Freiwilligen vom Hogar sind. Allgemein fahren Bolivianer sehr auf Augen ab, die andersfarbig wie schwarz oder braun sind. Mir wurde schon sehr oft die Frage gestellt, was für eine Augenfarbe ich habe, anscheinend sind blaue Augen sehr faszinierend. Im Hogar kennt eigentlich jeder mehr oder weniger schon unsere Namen und ein paar Mal wurden wir auch schon irgendwohin eingeladen, was es natürlich einfacher macht sich hier wohlzufühlen.

Man merkt auch, dass es in Bolivien sehr viele Probleme gibt. Viele Gebäude im Hogar sind nicht mehr besonders schön, auch bei den Häusern in Cotoca oder Santa Cruz sieht man sofort, wer Geld hat und wer nicht. Viele meiner Kolleginnen sind noch recht jung, haben jedoch schon Kinder. Mit 16 schwanger zu werden, ist wohl durchaus keine Seltenheit. Eine Kollegin von mir ist zum Beispiel 20 Jahre und hat bereits drei Kinder. Seltsam anmutend ist auch, dass manche meiner Kollegen höchstens geringfügig mehr verdienen als ich. (Ich bekomme eigentlich ja "nur" 100 Euro Taschengeld im Monat von weltwärts)
Um die Bildung ist es wahrscheinlich auch nicht so gut bestellt. Ich bin mir nicht sicher, ob alle meiner Kollegen wissen, wo Deutschland so genau ist, geschweigedenn eine Stadt davon kennen. Aber wie sollen sie auch, viele waren anscheinend noch nie in La Paz und sind noch nie aus Santa Cruz rausgekommen. Zusammenfassend kann man sagen, dass hier die Leute wohl einfacher leben, aber trotzdem nett und aufgeschlossen sind.

Das sind mal ein paar Impressionen, die so bisher hatte, natürlich gibt es da noch viel mehr zu erzählen, aber zum einem will nicht zu viel schreiben und zum anderen ist es auch schwer sowas in Worte zu fassen.

7
Sep
2012

Wir sind zurück aus La Paz!

Also, seit gestern, um Mittagszeit herum, sind wir wieder im Hogar Teresa de los Andes, was mir persönlich nach der Reise wie eine Oase vorkam.
Aber eins nach dem anderen: Wie gesagt, Sonntagabend sind wir mit dem Linientaxi erst mal von Cotoca nach Los Pozos, ein Stadtteil von Santa Cruz gefahren, und von dort aus wieder mit dem Taxi zum Busterminal in Santa Cruz. (Allgemein fahren wir recht viel Taxi, da es sehr billig ist)

Dort fanden wir dann recht schnell einen Bus, denn im Busterminal, wimmelt es von Marktschreiern, die einen ein Busticket aufschwatzen wollen. Eigentlich klang das Angebot recht verlockend, für 150 Bolivianos (also knapp 20 Euro) nach La Paz zu kommen. Außerdem schien der Bus recht komfortabel zu sein, nur drei Reihen in die Breite und bequeme Sitze. Also griffen wir zu. Leider entpuppte sich der Bus als ein Fehlgriff nach ein paar Stunden, als wir mitten in der Pampa stehen blieben und nichts mehr ging. Anscheinend war die Batterie leer (Ich frage mich, wie das geht, wenn man gleichzeitig fährt?), und wir mussten warten, bis sich ein anderer Bus sich erbarmte und sie mit einem Startkabel auflud. So zog sich die Reise mehr und mehr in die Länge. Nachdem wir dann noch einen Reifen wechselten und der Alte, mangels Platz in den Stauräumen, in den Busgang gestellt wurde und noch ein paar Stopps eingelegt wurden, weil diverse Teile wohl locker waren und so weiter, verlängerte sich die ursprünglich erwartete Reisezeit von 16 Stunden auf 24 Stunden, sodass wir erst um 19.00 Uhr am Montag in La Paz ankommen konnten. Daniel kannte zum Glück ein gutes Hostel und dann waren wir schon im Bett.. ;) Ein Tag Busfahrt für 850 Kilometer ist doch recht ungewöhnlich für uns Deutsche.. :)

Am nächsten Tag gings dann vormittag gleich in deutsche Botschaft. Nachdem wir von einer unhöflichen bolivianischen Polizistin, die wohl als Türsteher fungierte, eine Stunde hingehalten wurden, wurden wir erst mal von einer Stelle an die andere geschickt, bis wir an die richtige Person kamen. Die schien allerdings recht kompetent zu sein und versprach uns, dass wir das Visum in drei bis vier Wochen im Konsulat in Santa Cruz abholen könnten. Wir werten unseren Besuch in La Paz also als erfolgreich, bedenkt man, dass andere Freiwillige teilweise monatelang auf ihr Visum gewartet haben und dann letztendlich nur durch Bestechung bekommen haben.

Danach haben wir uns noch am Nachmittag ein wenig La Paz angeschaut, welches sehr beeindruckend in einem Talkessel liegt. Leider hatten wir nicht mehr viel Zeit viel zu unternehmen, aber ich hab ein paar Bilder gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
(Leider spielt das langsame Internet gerade nicht mit)

Edit, jetzt hats funktioniert:

Panorama von La Paz

Da Daniel am morgen zu einer Bergtour aufgebrochen war, kehrten wir dann zu zweit nach Santa Cruz zurück, was erstaunlicherweise echt gut klappte. Zwar zweifelten wir zuerst, als wir einen Bus für 100 Bolivianos pro Person (also so 12, 13 Euro vielleicht) zurück nach Santa Cruz kauften, allerdings dauerte die Fahrt diesmal nur 15 oder 16 Stunden, was richtig schnell vergleichsweise war.
Den Weg vom Busterminal nach Cotoca zu finden war zwar ein wenig schwierig im Moloch Santa Cruz, allerdings haben wir auch das irgendwie hinbekommen, sodass wir heute schon wieder fröhlich an die Arbeit gehen konnten.. :)

Fazit: Anstrengende Reise, aber auch total interessant und wir haben zum ersten Mal wirklich was von Bolivien gesehen. Leider zu kurz, aber die Arbeit ruft eben ;-)

2
Sep
2012

Nach La Paz!

Wollte euch nur kurz informieren, dass wir (Daniel, ein jetziger Freiwilliger, Matthias und ich) heute abend recht kurzfristig nach La Paz fahren, um unser Hoeflichkeitsvisum, das ja nur fuer dreissig Tage gilt, auf ein Jahresvisum zu verlaengern. Da die Busfahrt nach La Paz ueber 10 Stunden einfach auf jeden Fall dauert, werden wir erst am Mittwochmorgen nach Cotoca zurueckkehren. Dabei haben wir natuerlich die Gelegenheit, die Stadt noch gleich ein wenig anzuschauen.
Zwar gaebe es in Santa Cruz auch ein deutsches Konsulat, allerdings haben uns die jetzigen Freiwilligen empfohlen direkt nach La Paz zu fahren, da wir uns viel Zeit, Nerven und vorallem (eventuell Bestechungs-)Geld sparen.
Ausfuehrlichen Bericht von La Paz gibts es dann spaeter! :)

31
Aug
2012

Die ersten Tage im Hogar..

Nun bin ich doch schon einige Tage im Hogar Teresa de los Andes und möchte nun davon berichten. Zumindest will einen kleinen Einblick geben, denn alles in einem Eintrag zu erzählen, würde einfach den Rahmen sprengen.

Vielleicht erzähle am besten zuerst, wie das Hogar aufgebaut ist. Das Gelände ist ziemlich groß und komplett mit einer recht hohen Mauer umgeben, wie fast überall in Südamerika wahrscheinlich. In der Mitte des Geländes befindet sich dann der Comedor, also der Speisesaal, und die Küche des Hogars. Kreisförmig um den Comedor angeordnet sind dann die verschiedenen Pabellones, also Pavillone, wo die Behinderten untergebracht sind. Sie sind nach Farben benannt, es gibt ungefähr fünf oder sechs davon, die genaue Anzahl weiß ich momentan nicht. Ein besonderer "Pabellón" sozusagen ist das Hospital, wo ich arbeite, währenddessen Matthias im "Pabellón amarillo" arbeitet, also im "gelben Pavillon". Im Hospital sind diejenigen Behinderten untergebracht, ungefähr zehn Stück, die wohl am schwersten behindert sind und verschiedene gesundheitliche Probleme haben. Außerdem werden im Hospital einige per Sonde ernährt und fast alle sind bettlägrig und das ist der Punkt, wo meine Arbeit beginnt, aber dazu nachher mehr.
Im Gebäude des Hospitals sind zudem der Behandlungsraum der Zahnärztin, die Apotheke und der Raum der Beatmungstherapie integiert. Ebenfalls kreisförmig um den Comedor angerichtet ist die "escuela", also die Schule und das Gebäude, wo die Therapiegruppen untergebracht sind, zum Beispiel die Physiotherapie und Logopädie.
Ein wenig außerhalb liegt dann noch der Kindergarten für die Kinder der Angestellten, und direkt am Eingang befindet sich dann noch zu einem das Nachtwächterhäuschen, zum anderen das Sekretariat und das Wohnhaus für die Brüder des Ordens.

Wir sind momentan im ehemaligen "Pabellon rojo" untergebracht, werden aber morgen wahrscheinlich noch umziehen in die Freiwilligenwohnung, weil Daniel und Eva, zwei von den jetzigen Freiwilligen, bald abreisen.

Um nicht zu viel zu schreiben, will noch kurz meinen bisherigen Tagesablauf beschreiben und mich mit einem weiteren Eintrag demnächst dann melden. Bisher sieht es so aus, dass ich um halb sieben aufstehe und dann um sieben Uhr im Hospital anfange. Dort helfe ich zum einem beim Essen eingeben (eine recht große Sauerei :D) und beim Zähneputzen (endete bisher auch nicht immer ganz glücklich :D) Da jeden Tag gebadet wird, wird mir dann noch die Aufgabe zuteil (als einzig kräftiger Mann unter allen kleinen bolivianischen Frauen :D) die Kinder und Jugendlichen vom Bett in den Rollstuhl, vom Rollstuhl auf die erhöhte Badeplattform (Badewanne kann man das nicht nennen), von der Badeplattform zum Wickeltisch, vom Wickeltisch wieder in den Rollstuhl zu heben. Was zugebenermaßen recht schweißtreibend ist, da nicht alle Behinderten klein und zierlich sind :)
Das alles zusammen dauert ungefähr bis 10 Uhr. Danach geht's in die Logopädie, wo ausgewählte Behinderte die Aufgabe haben, Denkaufgaben zu lösen, indem sie Formen zusammenfügen usw. (Über den Erfolg dieser Maßnahmen bin ich eher noch skeptisch, ehrlichgesagt)
Vor meinem Mittagessen, das so um 12, halb 1 ist, geht's dann nochmal kurz in das Hospital, wo die Kinder ebenfalls Mittagessen bekommen und von mir wieder ins Bett gehoben werden. Dann ist erst mal Pause bis zwei Uhr. Nach der Pause gehts in die Physiotherapie, welche mir beträchtlich mehr Spaß macht als die Logopädie, aber naja :) Um halb fünf mache ich dann nochmal einen kurzen Abstecher in das Hospital, wo wieder Abendessen gegeben wird und zähnegeputzt wird. Und um fünf, halb sechs heißt es dann: Listo con el trabjao, also fertig mit der Arbeit! Danach ging bei mir nicht mehr viel bisher, weil es wirklich recht anstrengend ist. Gestern waren wir noch in Santa Cruz bei der Zahnärztin des Hogars zum Abendessen eingeladen (also alle voluntarios, die gerade vor Ort sind). Leider bin ich wirklich fast eingeschlafen beim Essen, weil ich es nicht mehr gewohnt bin so lange aufzubleiben und zur Zeit immer um acht Uhr ins Bett falle.. :)

Und genau das werde ich jetzt auch tun, bis zum nächsten Eintrag, in dem ich dann hoffentlich mehr erzählen kann.
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Johannes in Bolivien

Über mich:

Meine Name ist Johannes. Ich lebe in der Nähe von Ulm und habe das zarte Alter von 20 Jahren. ;) Ab August werde ich für ein Jahr in dem Behindertenheim "Hogar Teresa de los Andes" in der Nähe von Santa Cruz, Bolivien, arbeiten. In diesem Blog werde ich darüber berichten.

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